Herausforderungen und Handlungsempfehlungen in der Gebäudereinigung
2017 habe ich in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Entrepreneurship an der Technischen Universität München eine Forschungsarbeit mit dem Titel „Strategische Planung in der Gebäudereinigung – Analyse und Handlungsempfehlungen“ geschrieben. Einige Ergebnisse daraus sind heute noch genauso aktuell wie damals, deshalb möchte ich die wichtigsten hier zusammenfassen. Die vollständige Arbeit gibt es kostenlos auf ResearchGate.
Wie die Studie aufgebaut war
Grundlage waren 13 Interviews mit Führungskräften aus Gebäudereinigungsunternehmen ganz unterschiedlicher Größe, von 100 bis zu 35.000 Mitarbeitern. Für mich waren das unglaublich spannende Gespräche. Man bekommt selten so offene Einblicke, wie andere Unternehmer über ihre Probleme und Strategien denken.
| Art der Datenerhebung | Anzahl der Interviews | Anzahl der Reinigungskräfte | Mittelwert pro Unternehmen | Durchschnittliche Interviewdauer |
|---|---|---|---|---|
| Experteninterviews | 13 | 100 – 35.000 | 10.000 | 43 Minuten |
Die größten Herausforderungen der Branche
In den Interviews kamen immer wieder dieselben Themen auf den Tisch:
- Image: Die Gebäudereinigung hat in der Öffentlichkeit kein besonders gutes Ansehen.
- Preiskampf: Der Wettbewerb läuft stark über den Preis.
- Sprache: Viele Reinigungskräfte haben Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache.
- Körperliche Belastung: Die Arbeit ist anstrengend, und das merkt man über die Jahre.
Wie stark wiegen die einzelnen Probleme?
Die Experten haben die Herausforderungen auf einer Skala von 1 bis 10 bewertet:
| Herausforderung | Mitarbeitermotivation | Mitarbeitergewinnung | Mitarbeiterfluktuation | Sprachbarrieren |
|---|---|---|---|---|
| Durchschnittliche Bewertung | 8,82 | 7,5 | 4,53 | 6,6 |
Auffällig ist, dass Motivation und Gewinnung von Mitarbeitern ganz oben stehen. Die einzelnen Probleme hängen dabei eng zusammen: Ein schlechtes Image erschwert die Suche nach Personal, Preisdruck lässt wenig Spielraum für bessere Bezahlung, und Sprachbarrieren machen es schwer, Mitarbeiter einzuarbeiten und zu binden.
Was die Experten empfehlen
Um die Motivation zu steigern und die Fluktuation zu senken, wurden vor allem drei Ansätze genannt:
- Feedback und Prämien: Regelmäßige Rückmeldung und finanzielle Anreize wirken sich direkt auf die Motivation aus.
- Empfehlungen aus dem eigenen Team: Neue Mitarbeiter über bestehende Reinigungskräfte zu gewinnen, hat sich als besonders wirksam erwiesen.
- Sprachförderung: Gezielte Unterstützung beim Deutschlernen baut Barrieren ab und erleichtert die Integration ins Team.
Von einer reinen Billigstrategie wurde dagegen klar abgeraten. Wer nur über den Preis gewinnt, hat langfristig kein tragfähiges Geschäftsmodell.
Fazit
Die Herausforderungen in der Gebäudereinigung lassen sich nicht einzeln lösen, weil sie miteinander verbunden sind. Der gemeinsame Hebel ist die Wertschätzung der Mitarbeiter. Wer sie ernst nimmt, steigert nicht nur die Motivation, sondern findet auch leichter neues Personal und hält die guten Leute länger im Betrieb. Vieles davon setzen wir heute bei uns selbst um.
Ich hoffe, die Ergebnisse helfen anderen Unternehmern in der Branche weiter. Bei Fragen oder Anmerkungen melden Sie sich gerne bei mir.
