Tipps für ein sauberes Zuhause mit Haustieren

Reinigung im Zuhause mit Hund

Wir reinigen jeden Tag Büros, Praxen und Wohnungen, und eine Frage hören wir dabei immer wieder: Wie bekomme ich Tierhaare, Gerüche und Flecken in den Griff, wenn Hund oder Katze mit im Haushalt leben? Viele Tipps, die im Netz kursieren, funktionieren nur halb oder bewirken sogar das Gegenteil. Deshalb haben wir hier zusammengetragen, was tatsächlich hilft, und erklären auch, warum es hilft. Wer die Chemie und Biologie dahinter versteht, putzt gezielter und spart sich viel Frust.

Das eigentliche Problem sind nicht die Haare

Haare sieht man, deshalb stehen sie im Mittelpunkt. Für Allergiker sind sie aber eher das Transportmittel. Die eigentlichen Auslöser sind bestimmte Eiweiße. Bei Katzen heißt das wichtigste Allergen Fel d 1. Es wird vor allem in den Talgdrüsen der Haut und im Speichel gebildet und beim Putzen über das ganze Fell verteilt. Bei Hunden stammt das Hauptallergen Can f 1 überwiegend aus dem Speichel.

Das Tückische an diesen Allergenen: Sie haften an winzigen Partikeln, die zum Teil stundenlang in der Luft schweben und sich danach auf Wänden, Vorhängen, Polstern und Kleidung festsetzen. Katzenallergen lässt sich deshalb sogar in Schulen oder Wohnungen nachweisen, in denen nie eine Katze gelebt hat. Und nach dem Auszug eines Tieres kann es noch Monate dauern, bis die Werte in einer Wohnung deutlich sinken.

Übrigens: Die oft beworbenen „hypoallergenen“ Hunderassen halten wissenschaftlich nicht, was der Name verspricht. Eine niederländische Untersuchung aus dem Jahr 2012 hat in Haushalten mit solchen Rassen keine niedrigeren Allergenmengen gefunden als bei anderen Hunden. Für Allergiker zählt also vor allem, wie gründlich und regelmäßig gereinigt wird.

Tierhaare und Allergene richtig entfernen

Beim Staubsaugen entscheidet der Filter. Ein normaler Beutel hält die groben Haare zurück, die feinen Allergenpartikel bläst ein schlechtes Gerät aber zum Teil wieder in die Raumluft. Ein Sauger mit HEPA-Filter der Klasse H13 hält nach der europäischen Norm mindestens 99,95 % der besonders schwer abscheidbaren Partikel zurück. Für Tierhalter mit Allergien ist das die wichtigste Anschaffung überhaupt.

  • Erst saugen, dann wischen. Wer auf trockene Haare und Staub direkt mit dem feuchten Mopp geht, schmiert alles zu einem Film zusammen, der sich in Fugen und Poren festsetzt.
  • Mikrofaser statt Besen. Ein Besen wirbelt die feinen Partikel nur auf. Mikrofasern sind um ein Vielfaches feiner als ein menschliches Haar und nehmen Staub und Haare auf, statt sie zu verteilen.
  • Gummihandschuh für Polster. Ein leicht angefeuchteter Gummihandschuh, mit dem man über Sofa oder Autositz streicht, sammelt Haare durch Reibung und statische Aufladung zu kleinen Knäueln. Funktioniert oft besser als jede Fusselrolle.
  • Textilien heiß waschen. Decken, Kissenbezüge und das Hundebett am besten bei 60 °C waschen. Allergene lösen sich im Wasser, und bei dieser Temperatur sterben auch Hausstaubmilben ab, die sich in Tierdecken gern ansiedeln.
  • Wände und Vorhänge nicht vergessen. Weil sich Allergene auch dort absetzen, lohnt es sich für Allergiker, glatte Flächen gelegentlich feucht abzuwischen und Vorhänge mitzuwaschen.

Gerüche: Erst die Ursache, dann die Luft

Raumsprays und Duftkerzen überdecken Gerüche nur für kurze Zeit. Dauerhaft weg ist ein Geruch erst, wenn man die Quelle chemisch abbaut. Am hartnäckigsten ist Urin, und das hat einen einfachen Grund: Frischer Urin riecht kaum. Erst wenn Bakterien den enthaltenen Harnstoff zersetzen, entsteht Ammoniak, und genau der sorgt für den stechenden Geruch. Bei Katzen kommt noch ein zweiter Stoff hinzu. Sie scheiden die Aminosäure Felinin aus, aus der beim Zerfall eine schwefelhaltige Verbindung entsteht. Sie ist für den typischen, sehr aufdringlichen Katzengeruch verantwortlich, besonders bei unkastrierten Katern.

Dazu kommen Harnsäurekristalle. Sie lösen sich in Wasser nur schlecht, bleiben deshalb nach dem normalen Putzen in Teppich oder Fugen zurück und werden bei feuchter Luft wieder „aktiv“. Daher kommt der Effekt, dass eine scheinbar saubere Stelle an schwülen Tagen plötzlich wieder riecht.

Genau hier setzen Enzymreiniger an. Sie enthalten Enzyme oder Bakterienkulturen, die Eiweiße, Harnstoff und Harnsäure biologisch zerlegen, statt sie nur zu überdecken. Damit das funktioniert, ein paar Dinge beachten:

  • Großzügig auftragen, sodass der Reiniger genauso tief eindringt wie vorher der Urin.
  • Ausreichend lange einwirken lassen, oft mehrere Stunden, und die Stelle dabei feucht halten.
  • Vorher kein heißes Wasser und kein Desinfektionsmittel verwenden. Beides kann die Enzyme bzw. Bakterien unwirksam machen.

Ein Tipp aus der Praxis: Alte Urinstellen findet man mit einer UV-Taschenlampe. Im Dunkeln leuchten die Rückstände deutlich auf, auch wenn man mit bloßem Auge nichts mehr sieht.

Was Sie besser nicht verwenden

Einige Hausmittel und Reiniger sind bei Haustieren gut gemeint, aber wenig sinnvoll oder sogar riskant:

  • Essig und Natron zusammen. Das sprudelt eindrucksvoll, aber Säure und Base neutralisieren sich dabei gegenseitig. Übrig bleiben im Wesentlichen Wasser, Kohlendioxid und ein Salz. Einzeln haben beide ihren Nutzen: Natron bindet Gerüche, wenn man es trocken aufstreut und nach einigen Stunden absaugt. Gemischt verliert man den Effekt.
  • Ammoniakhaltige Reiniger. Sie riechen für Hunde und Katzen ähnlich wie Urin und können ein Tier eher dazu verleiten, die Stelle erneut zu markieren.
  • Chlorreiniger auf Urinflecken. Kommt Chlorbleiche mit dem Ammoniak aus altem Urin zusammen, können gesundheitsschädliche Chloramine entstehen. Auf Urin hat Chlor deshalb nichts zu suchen.
  • Ätherische Öle und phenolhaltige Mittel bei Katzen. Katzen fehlt ein Teil der Leberenzyme, mit denen andere Säugetiere solche Stoffe abbauen. Teebaumöl und viele Duftöle, die für uns harmlos sind, können für Katzen giftig sein, auch über Raumbedufter oder auf dem Boden, über den sie laufen und sich danach die Pfoten lecken.

Katzentoilette und Futterplatz

Das Katzenklo täglich zu reinigen ist nicht nur wegen des Geruchs sinnvoll. Katzen können den Parasiten Toxoplasma gondii ausscheiden. Seine Eier (Oozysten) werden aber erst nach ein bis fünf Tagen ansteckend. Wer die Toilette täglich leert, entfernt sie also, bevor sie überhaupt gefährlich werden können. Schwangere sollten diese Aufgabe trotzdem jemand anderem überlassen oder zumindest Handschuhe tragen.

Futter- und Wassernäpfe gehören täglich mit heißem Wasser und Spülmittel ausgewaschen. Auf der Innenseite bildet sich sonst schnell ein schmieriger Biofilm aus Bakterien, den man im Wasser oft schon nach wenigen Tagen ertasten kann. Napf-Unterlagen am besten aus glattem, abwischbarem Material wählen.

Flecken: Schnell sein lohnt sich

Je länger ein Fleck einwirkt, desto tiefer zieht er ein. Bei frischen Urinflecken deshalb zuerst so viel Flüssigkeit wie möglich mit saugfähigem Küchenpapier aufnehmen. Tupfen, nicht reiben, sonst verteilt man den Fleck nur auf eine größere Fläche. Danach den Enzymreiniger auftragen, wie oben beschrieben.

Bei Kot oder Erbrochenem erst die festen Bestandteile vorsichtig entfernen, dann mit kaltem bis lauwarmem Wasser und einem milden Reiniger nacharbeiten. Heißes Wasser ist bei eiweißhaltigen Flecken kontraproduktiv: Das Eiweiß gerinnt durch die Hitze, ähnlich wie beim Kochen eines Eis, und verbindet sich dann fest mit der Faser.

Schmutz an der Haustür abfangen

In Gewerbeobjekten planen wir am Eingang sogenannte Sauberlaufzonen ein: mehrere Meter Matte, auf denen Schmutz und Nässe von den Schuhen abgestreift werden, bevor sie ins Gebäude gelangen. Das Prinzip funktioniert zuhause genauso. Eine große, saugfähige Matte im Flur, ein Handtuch griffbereit an der Tür und ein kurzes Abtrocknen der Pfoten nach jedem Spaziergang ersparen Ihnen einen großen Teil der Bodenreinigung. Für sehr verschlammte Hunde gibt es Pfotenbecher mit weichen Silikonborsten, in denen man die Pfoten kurz durchspült.

Regelmäßige Fellpflege spart Putzarbeit

Jedes Haar, das Sie auf der Terrasse aus dem Fell bürsten, landet nicht mehr auf dem Sofa. Regelmäßiges Bürsten verteilt außerdem das natürliche Hautfett im Fell und hält die Haut gesund. Für Rassen mit dichter Unterwolle gibt es spezielle Unterwollbürsten, die gerade im Fellwechsel im Frühjahr und Herbst viel bringen. Baden sollte man Hunde dagegen nur, wenn es wirklich nötig ist, und dann mit einem milden Hundeshampoo, denn zu häufiges Waschen trocknet die Haut aus und kann Schuppenbildung sogar verstärken.

Trick zum Ausprobieren: Der Hund putzt sich die Pfoten selbst ab

Mit etwas Geduld lässt sich ein Hund darauf trainieren, die Pfoten auf einer Matte abzustreifen. Das klappt besonders gut, weil man dabei sein natürliches Scharr- und Buddelverhalten nutzt:

  1. Legen Sie die Matte vor den Hund und verstecken Sie vor seinen Augen ein Leckerli darunter.
  2. Fordern Sie ihn auf, danach zu suchen. Die meisten Hunde fangen an, mit der Pfote an der Matte zu scharren. Genau diesen Moment sofort belohnen.
  3. Wiederholen Sie die Übung einige Tage lang und führen Sie ein festes Signal ein, zum Beispiel „Pfoten putzen“.
  4. Nach und nach das versteckte Leckerli weglassen und nur noch auf das Signal hin belohnen.

Bei den Hinterpfoten hilft ein kleiner Trick: Stellen Sie den Hund mit den Hinterbeinen auf eine erhöhte Matte oder einen niedrigen Tritt. Sobald er ein Hinterbein anhebt oder über die Matte zieht, belohnen und das Verhalten mit einem eigenen Signal verknüpfen. Wichtig ist, die Matte gut festzuhalten oder rutschfest zu machen, damit sie beim Scharren nicht wegrutscht und der Hund sich erschreckt.

Unser Fazit

Ein sauberes Zuhause mit Haustier ist weniger eine Frage des Aufwands als der richtigen Methode. Ein guter Filter im Staubsauger, Enzymreiniger statt Duftspray, die richtige Wassertemperatur und eine ordentliche Matte an der Tür bringen mehr als jeder Großputz am Wochenende. Und wer mit Kindern und Tier zusammenlebt, kann sich über eine interessante Beobachtung aus der Forschung freuen: Schwedische Studien deuten darauf hin, dass Kinder, die im ersten Lebensjahr mit Hund oder Katze aufwachsen, später seltener Allergien entwickeln. Ein bisschen Tierhaar gehört also durchaus zu einem gesunden Zuhause dazu.